Alte Fotos richtig digitalisieren
Gute Restaurierung beginnt mit einem guten Scan: wichtige Scanner-Einstellungen, eine ebenbürtige Handytechnik und die Fehler, die beides ruinieren.
Die Digitalisierung ist der Schritt, den alle überstürzen – dabei verzeiht gerade er keine Eile: Was der Scan nicht einfängt, kann keine Restaurierung mehr zurückholen. Die beruhigende Wahrheit: Ein guter Scan braucht keine teure Ausrüstung. Ein einfacher Flachbettscanner oder ein bewusst eingesetztes Handy fangen beide mehr als genug für eine hochwertige Restaurierung ein. Was einen guten Scan von einem verschenkten unterscheidet, ist Technik – und die lernen Sie in fünf Minuten.
Handy-Methode – richtig gemacht
Flaches, diffuses Tageslicht finden
Ein Platz am Fenster an einem bewölkten Tag ist ideal. Nie mit Blitz arbeiten – er wirft einen hellen Fleck auf den Abzug – und gemischtes Licht aus Lampe und Fenster vermeiden.
Foto flach hinlegen und von oben fotografieren
Legen Sie den Abzug auf eine schlichte, dunkle Unterlage. Halten Sie das Handy direkt darüber, parallel zum Foto – eine gekippte Kamera macht aus Rechtecken Trapeze und weicht eine Kante auf.
Reflexionen beseitigen
Glänzende Abzüge spiegeln den Raum. Ändern Sie Ihre Position, bis sich kein Fenster und keine helle Wand mehr im Foto spiegeln, und achten Sie darauf, dass kein eigener Schatten darauffällt.
Bildausschnitt füllen und auf das Foto fokussieren
Gehen Sie nah heran, sodass das Foto fast den ganzen Bildausschnitt füllt, tippen Sie zum Fokussieren auf den Abzug, halten Sie still und machen Sie drei Aufnahmen – die schärfste gewinnt.
Das Bild unangetastet lassen
Keine Filter, kein Auto-Verbessern, kein Zuschneiden bis an die Bildkante. Senden Sie die Datei in voller Auflösung – Messenger, die Fotos komprimieren, ruinieren die Scanqualität, ohne dass Sie es merken.
Scanner-Methode – die Einstellungen, die zählen
- Glas zuerst reinigen – schon ein Haar zeigt sich auf jedem Scan
- 600 dpi bis Postkartengröße, darüber mindestens 300 dpi
- Farbmodus auch für Schwarz-Weiß-Abzüge – er erfasst Flecken und Tonung, die die Restaurierung lesen muss
- Alle automatischen Korrekturen aus: Staubentfernung, Schärfung, Gegenlichtkorrektur
- TIFF oder JPEG in höchster Qualität als Ausgabeformat
- Leicht über die Kanten des Abzugs hinausscannen
- Bei Fotos in Alben: die ganze Seite scannen statt Abzüge herauszulösen
Fragen zum Digitalisieren
Reicht ein Handyfoto wirklich für die Restaurierung?
Ein sorgfältig aufgenommenes schon – Tageslicht, keine Reflexionen, gerade von oben, volle Auflösung. Ein Flachbettscanner gewinnt weiterhin bei Konstanz und bei glänzenden oder gewellten Abzügen, aber der Unterschied liegt mehr an der Technik als am Gerät.
Was ist mit Fotos, die in alten Alben eingeklebt sind?
Nicht herauslösen – eingeklebte Abzüge reißen dabei, und Alben mit schwarzem Papier sind selbst historisch wertvoll. Scannen oder fotografieren Sie die ganze Seite; einzelne Fotos werden digital freigestellt.
Soll ich auch die Rückseite der Fotos scannen?
Steht dort etwas geschrieben, unbedingt. Namen, Daten und Atelierstempel auf der Rückseite sind Gold für das Archiv – kommende Generationen erraten nicht, was Sie nicht festgehalten haben.
Bedeutet eine höhere dpi-Zahl automatisch einen besseren Scan?
Nur bis zu der Detailtiefe, die der Abzug tatsächlich hergibt – jenseits von etwa 600 dpi bei gewöhnlichen Fotos halten Sie größtenteils die Papierstruktur in schwereren Dateien fest. Die Auflösung ist die Untergrenze, die sich später nicht mehr anheben lässt, kein Wert, den man maximieren muss.
Gescannt? Jetzt restaurieren
Laden Sie Ihren Scan hoch und sehen Sie das restaurierte Foto in etwa einer Minute – bezahlt wird erst, wenn Sie das Ergebnis überzeugt.
Epoha befindet sich im Frühzugang: Das Restaurierungsmodell ist noch nicht verbunden, daher zeigt das Tool derzeit nur, wie der Ablauf funktioniert. Preis und das Versprechen „Erst sehen, dann zahlen“ gelten, sobald der Zugang startet.