Alte Fotos mit dem Handy abfotografieren – ohne Spiegelung, ohne Scanner

Alte Fotos mit dem Handy abfotografieren, ohne Spiegelung und Schatten: Licht, Winkel, Scan-App oder Kamera, Album und Glas – und danach restaurieren.

Wer alte Fotos mit dem Handy abfotografieren will, kommt ohne Scanner aus. Entscheidend sind drei Dinge: Licht von der Seite, kein Blitz und ein Handy, das Sie parallel zum Abzug halten. Was die Kamera nicht erfasst, holt keine Restaurierung zurück – darum zahlt sich die Sorgfalt vor dem Auslösen aus. Dazu: wann sich eine Scan-App lohnt und was anders ist, wenn der Abzug im Album klebt oder hinter Glas hängt.

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Alte Fotos abfotografieren oder scannen: Was ist besser?

Für die meisten Familienabzüge, vom Passbild bis zur Postkarte, genügt eine sorgfältige Handyaufnahme für die Restaurierung. Ein Flachbettscanner bringt Licht und eine ebene Auflage mit, beim Handy stellen Sie beides selbst her. Daran scheitern Handyaufnahmen meist, nicht an der Kamera.

Der Scanner gewinnt bei großen Abzügen, bei stark glänzendem oder gewölbtem Papier und bei Hunderten Fotos, die alle gleich aussehen sollen. Ein großes Blatt lässt sich von Hand schwer gleichmäßig ausleuchten und exakt parallel halten, und dieselbe Pixelzahl verteilt sich auf mehr Papier, was bei einer Archivkopie zählt. Wie Sie scannen, steht im Ratgeber zum Digitalisieren alter Fotos; der ganze Weg von der Aufnahme bis zum Archiv im Ratgeber zum Restaurieren.

Alte Fotos mit dem Handy abfotografieren – Schritt für Schritt

  1. Abzug auf eine ruhige Unterlage legen

    Legen Sie das Foto flach auf einen einfarbigen, matten Untergrund, der sich vom Papierrand abhebt, etwa dunklen Karton oder ein Tuch. Staub und Haare blasen Sie mit einem Blasebalg weg, ohne über die Bildseite zu wischen. Auf der Aufnahme fallen sie genauso auf wie auf einem Scan.

  2. Weiches Tageslicht nutzen, Blitz und Lampen ausschalten

    Ideal ist ein Platz an einem Fenster bei bedecktem Himmel. Der Blitz wirft auf glänzendem Papier einen weißen Fleck mitten ins Bild, und eine Lampe neben dem Fenster gibt dem Papier zwei verschiedene Farbtöne. Schalten Sie deshalb Blitz und Raumlicht aus. Abends genügt eine einzelne Lampe seitlich vom Foto; Farbabzüge bekommen dabei meist einen warmen Stich.

  3. Das Licht von der Seite einfallen lassen

    Stellen Sie das Foto so, dass das Fenster seitlich liegt, nicht in Ihrem Rücken: Sonst werfen Sie selbst den Schatten dorthin, wohin die Kamera sieht. Das Licht soll in einem mittleren Winkel von etwa 45 Grad auf den Abzug fallen, denn bei sehr flachem Streiflicht treten Knicke und Papierstruktur stärker hervor. Kommt es nur von einer Seite, hellt ein weißer Karton auf der Gegenseite die Schatten auf.

  4. Handy parallel über den Abzug halten

    Nehmen Sie die Hauptkamera (1×) und nicht den Ultraweitwinkel, der an den Rändern verzerrt. Halten Sie das Handy senkrecht über die Mitte des Fotos und richten Sie es so aus, dass die Kanten des Abzugs parallel zu den Bildkanten laufen. Schalten Sie dafür das Raster der Kamera ein (beim iPhone: Einstellungen → Kamera → Raster, bei Android oft „Rasterlinien“ oder „Hilfslinien“). Es zeigt sofort, ob aus dem Rechteck ein Trapez wird.

  5. Näher herangehen statt zoomen

    Das Foto soll den Ausschnitt bis auf einen schmalen Rand füllen. Gehen Sie dafür näher heran, ohne dass Ihr Handy Schatten wirft. Zoomen mit zwei Fingern schneidet nur einen Ausschnitt aus und rechnet ihn hoch. Lassen Sie den Rand stehen, damit keine Ecke abgeschnitten wird.

  6. Den Lichtweg prüfen, bevor Sie auslösen

    Was Sie im Display als hellen Fleck oder als Fenster im Papier sehen, erscheint auch im Foto. Verschieben Sie dann die Lichtquelle oder das Foto, nicht das Handy. Vorab hilft ein Blick aus der Position, in der das Handy hängen wird: Was sich dort im Papier spiegelt, sieht auch die Linse.

  7. Scharfstellen und ohne Wackeln auslösen

    Tippen Sie auf das Gesicht im Abzug. Springt die Helligkeit, halten Sie den Finger gedrückt, bis Fokus und Belichtung gesperrt sind. Lösen Sie mit dem kürzesten Selbstauslöser (meist zwei oder drei Sekunden) aus und stützen Sie die Ellbogen auf. Bei vielen Fotos hält ein Tischstativ mit Ausleger den Abstand gleich; ersatzweise legen Sie das Handy so über die Lücke zwischen zwei Bücherstapeln, dass die Linse nach unten blickt. Filter, Porträtmodus und Verschönerungsfunktionen bleiben aus.

  8. Mehrere Aufnahmen machen und in voller Größe prüfen

    Machen Sie vier, fünf Aufnahmen hintereinander und zoomen Sie in der Galerie auf 100 Prozent: Augen und Bildränder müssen scharf sein, ohne Fleck und Schatten. Die beste Aufnahme behalten Sie unbearbeitet. Steht etwas auf der Rückseite, fotografieren Sie sie auf dieselbe Weise.

Fotos abfotografieren ohne Spiegelung und Schatten: Fehlerbilder und Abhilfe

Im BildUrsacheAbhilfe
Heller Fleck oder milchiger GlanzFenster, Lampe oder Blitz spiegeln sich im PapierBlitz aus, Lichtquelle seitlich versetzen oder abschirmen, Handy parallel lassen
Schatten in einer Ecke oder am RandSie oder das Handy stehen im LichtFenster seitlich, Handy höher halten, weißen Karton gegenüber aufstellen
Eigene Silhouette im BildGlänzendes Papier oder Glas spiegelt SieDunkle Kleidung, Abstand zu hellen Wänden, Raumlicht aus
Eine Bildhälfte gelblich, die andere bläulichMischlicht aus Lampe und TageslichtNur eine Lichtart: Lampen aus, nur das Fenster
Weiche Ecken, Rechteck wird zum TrapezHandy nicht parallel zum AbzugRaster einschalten, senkrecht halten, Ellbogen aufstützen
Alles leicht verwischtVerwackeln, Fokus daneben oder DigitalzoomSelbstauslöser, auf das Gesicht tippen, näher herangehen

Alte Fotos mit dem Handy digitalisieren: Kamera oder Scan-App?

Die normale Kamera-App genügt. Eine Scan-App lohnt sich, wenn sich Reflexe trotz seitlichem Licht nicht vermeiden lassen. Sie liefert nur die Aufnahme; repariert wird das Foto erst bei der Restaurierung, einem eigenen Schritt.

Kamera-App: Sie bestimmen Fokus, Belichtung und Ausschnitt selbst, und die Datei bleibt so, wie das Handy sie speichert. Dafür achten Sie selbst auf Winkel und Rand.

Dokumentenscanner, etwa in der Notizen-App des iPhones: Er erkennt die Kanten, schneidet zu und gleicht die Perspektive aus. Er ist für Text gedacht. Wählen Sie, wenn es die Filter gibt, „Foto“ oder „Farbe“; „Schwarzweiß“ treibt den Kontrast hoch.

Foto-Scan-App, etwa Fotoscanner von Google Fotos: Sie führt mehrere Aufnahmen aus leicht verschobenen Positionen zusammen, um Reflexe herauszurechnen. Das hilft bei glänzenden Abzügen. Prüfen Sie das Ergebnis in voller Größe auf Details und übermäßige Schärfung.

App zum Restaurieren alter Fotos? Der Browser Ihres Handys genügt

Für Epoha brauchen Sie keine App und kein Konto. Öffnen Sie Epoha im Browser Ihres Handys, tippen Sie auf „Foto auswählen“ und suchen Sie die Aufnahme heraus. JPG, PNG, HEIC (das Standardformat vieler iPhones) und WebP bis 25 MB werden angenommen, umwandeln müssen Sie nichts.

Epoha repariert Schäden, bringt Schwarz-Weiß- und Sepiaabzüge in Farbe und macht das Bild klarer, alles in einem Durchgang. Das dauert meist etwa eine Minute, manchmal bis zu drei. Die Farben auf einem Schwarz-Weiß-Foto sind erschlossen, nicht wiederhergestellt. Zurück kommt nur die Fotografie: Tisch, Albumseite, Rand und Finger fallen weg, und eine schief aufgenommene Fotografie wird gerade gestellt.

Das Ergebnis sehen Sie zuerst; solange Sie das Foto gedrückt halten, sehen Sie Ihr Original. Gesichter vergleichen Sie selbst, bei Gruppenfotos jedes einzelne. Hinweise stehen unter dem Ergebnis, etwa bei einer unscharfen Vorlage: Detail, das nie im Bild war, kommt nicht zurück. Beschriftungen auf dem Rand fallen im Ergebnis weg, die ganze Aufnahme bewahren Sie deshalb auf.

Die Datei hat etwa 1400 Pixel an der langen Seite, meist weniger als Ihre Handyaufnahme; bewahren Sie die Originalaufnahme in voller Auflösung auf. Die Library of Congress rät, von wichtigen Fotos die Fassung mit der höchsten Qualität zu behalten und mindestens zwei Kopien an getrennten Orten zu lagern. Im Frühzugang ist die Restaurierung kostenlos, mit zwei erfolgreichen Restaurierungen pro Tag und Person; die Datei trägt kein Wasserzeichen. Geplant für später: ein Foto, ein Preis, bezahlt wird erst nach dem Ergebnis; der Preis steht noch nicht fest.

Kein Scanner im Spiel: Ausgangspunkt war eine Handyaufnahme des Abzugs auf grauer Unterlage, schräg und bei normalem Raumlicht. Als Vorbild taugt diese Aufnahme nicht: Je sauberer sie ist, desto weniger muss die Restaurierung erraten. Im Ergebnis fehlen Unterlage und Rand; die Farben sind erschlossen, nicht wiederhergestellt.

Foto im Album, hinter Glas oder in Folie: Was sich ändert

SituationWas sich ändertSo gehen Sie vor
Im Magnet- oder KlebealbumDer Abzug sitzt oft fest, die Folie spiegelt, die Seite wölbt sich zum Falz hinErst die ganze Seite aufnehmen, dann jedes Foto einzeln. Folie nur anheben, wenn sie ohne Widerstand nachgibt. Finger gehören an den Seitenrand, nicht auf das Bild; Epoha entfernt sie samt Albumseite. Zum Lösen: Ratgeber „Fotos aus dem Klebealbum lösen“.
Hinter Glas im RahmenDas Glas spiegelt Lampen und Sie selbst, oft mit schwachem DoppelbildRaumlicht aus, dunkle Kleidung, notfalls ein schwarzer Karton mit Loch für die Linse, der Spiegelbilder rund ums Handy schluckt. Das Handy höchstens ein paar Grad kippen, mehrere Aufnahmen machen. Klebt das Foto am Glas, nicht abziehen; der Ratgeber „Foto klebt am Glas“ zeigt, wie Sie es durch die Scheibe sichern.
In Klarsichthülle oder FolieDie Folie wirft Reflexe und zeigt jedes StaubkornHerausnehmen, wenn der Abzug ohne Zug herauskommt; sonst wie hinter Glas fotografieren
Auf Karton oder im PassepartoutKarton, Rand und Beschriftung kommen mit ins BildAlles aufnehmen und die Aufnahme behalten: Zurück kommt nur die Fotografie, die Beschriftung nicht

Das verdirbt die Aufnahme – besser lassen

  • Blitz: Er legt auf glänzendem Papier einen weißen Fleck ins Bild, in dem keine Bildinformation mehr steckt.
  • Zoomen mit zwei Fingern: Der Digitalzoom vergrößert nur vorhandene Pixel.
  • Filter, Porträtmodus und automatische „Verbesserung“: Sie glätten Details und verschieben Kontrast und Farbe, bevor die Restaurierung beginnt.
  • Zuschnitt bis an die Bildkante: Eine abgeschnittene Ecke bringt keine Restaurierung zurück.
  • Versand über einen Messenger, der Bilder verkleinert: Laden Sie die Aufnahme direkt vom Handy hoch.
  • Am Original nachhelfen: Abwischen, Glattdrücken oder Herauslösen aus dem Album schadet mehr als jede mittelmäßige Aufnahme.

Alte Fotos mit dem Handy abfotografieren – häufige Fragen

Was ist besser: alte Fotos abfotografieren oder scannen?

Bei Abzügen bis etwa Postkartengröße und gutem Tageslicht liegt der Unterschied eher in der Technik als im Gerät. Der Flachbettscanner ist besser bei großen, stark glänzenden oder gewölbten Abzügen und bei großen Mengen. Sitzt der Abzug fest im Album, ist die Handyaufnahme oft die schonendere Wahl.

Kann man Fotos mit dem Handy scannen?

Ja, mit der Kamera-App, einem Dokumentenscanner oder einer Foto-Scan-App. Bei Fotos zählen Licht und Winkel mehr als die App. Wählen Sie in Scanner-Apps den Filter, der das Bild am wenigsten verändert, und prüfen Sie das Ergebnis in voller Größe.

Wie fotografiere ich Fotos ab, ohne dass sich etwas spiegelt?

Eine Spiegelung entsteht, wenn das Bild einer hellen Fläche in die Linse fällt. Schalten Sie Blitz und Raumlicht aus, lassen Sie das Fenster seitlich liegen und tragen Sie dunkle Kleidung. Schauen Sie aus der Handyposition auf den Abzug: Was sich dort im Papier spiegelt, sieht auch die Kamera. Verschieben Sie dann Lichtquelle oder Foto, statt das Handy zu kippen.

Brauche ich eine App, um alte Fotos mit dem Handy zu restaurieren?

Für Epoha nicht: Die Restaurierung läuft im Browser. Sie laden die Aufnahme als JPG, PNG, HEIC oder WebP bis 25 MB hoch und brauchen kein Konto. Eine Scan-App kann beim Abfotografieren helfen, ist aber keine Voraussetzung.

Welche Auflösung und welches Format soll die Aufnahme haben?

Das Standardformat Ihres Handys in voller Auflösung, ohne Verkleinern und ohne Filter; HEIC müssen Sie nicht umwandeln. Das Ergebnis hat etwa 1400 Pixel an der langen Seite, deshalb gehört die Originalaufnahme ins Archiv.

Kann ich mehrere Fotos auf einer Aufnahme abfotografieren, etwa eine Albumseite?

Für die Restaurierung ist ein Foto pro Aufnahme am sichersten. Die Aufnahme der ganzen Seite behalten Sie als Archivkopie, weil Beschriftungen am Rand im Ergebnis fehlen; danach fotografieren Sie jedes Foto einzeln. Mehr dazu im Ratgeber zu Fotos im Klebealbum.

Aufnahme fertig? Laden Sie sie hoch

Wählen Sie die Aufnahme direkt auf Ihrem Handy aus. Nach etwa einer Minute sehen Sie das restaurierte Foto; solange Sie es gedrückt halten, sehen Sie das Original.

Kostenlos im Frühzugang · 2 Restaurierungen pro Tag

Nur für Ihre Restaurierung verwendet. Wie wir mit Ihrem Foto umgehen

Quellen